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Mit Live-Untertiteln von SWISS TXT

Schon bald ist sie vorbei,
die Ära "G&G".

Liebe Zuschauende, guten Abend
und herzlich willkommen

zu einer der letzten Sendungen.

Wir machen heute,
was wir immer gemacht haben

und widmen uns den spannendsten
Geschichten des Landes.

Z.B. der einer regelrechten
Fussball-Pionierin.

Ohne Frauen wie Trudi Streit
wäre eine Heim-EM,

wie sie nächste Woche startet,
vielleicht undenkbar.

Mit welchen Gefühlen sie heute
auf den Frauenfussball schaut -

das und mehr besprechen wir
später hier im Studio.

Sind sie Ihnen
auch schon aufgefallen?

Immerhin sind sie gerade überall.

Sie baumeln an Taschen und Koffern -

besonders
bei der jüngeren Generation.

Die Rede ist von den Labubus -
ja, so heissen sie.

Was hinter
dem neusten Trend-Accessoire steckt,

das hat Lara Marty
für uns herausgefunden.

Klein, flauschig, etwas grimmig -
und aktuell heiss begehrt:

Die Plüschfigur, die unter
dem Namen Labubu bekannt ist,

sorgt weltweit für Furore.

Was als Trend in Asien begann,

schwappt nun auch
in die Schweiz über.

Vor wenigen Wochen
lancierte Manor die Labubus

erstmals am Standort Genf -
mit grossem Erfolg.

Wir haben damit
überhaupt nicht gerechnet.

Wir dachten, es gibt eine Schlange
im Warenhaus selbst,

doch dann reichte sie raus
bis auf die Strasse.

So etwas habe ich noch nie erlebt.

Am kommenden Wochenende
sollen die Figuren auch in Zürich

physisch ins Angebot kommen.

Das Warenhaus wappnet sich bereits
für einen Grossansturm -

mit zusätzlichem
Sicherheitspersonal,

geordnetem Einlass und
limitierter Stückzahl pro Person.

Um die Sicherheit
muss sich niemand Sorgen machen.

Manor selbst
hat Sicherheitspersonal aufgeboten

in der grossen Bahnhofshalle.

Zusätzlich
ist die Bahnpolizei präsent.

Zudem gibt es eine Grenze:
sechs Labubus pro Person.

Die kleinen Figuren sind längst
zum kultigen Accessoire avanciert

und das Generationen-übergreifend:
Sowohl die 79-jährige Musikerin Cher

als auch die 29-jährige Popsängerin
Dua Lipa

tragen die Puppen stolz zur Schau.

Gar kein Fan
ist hingegen Katy Perry:

Als ihr jemand
während eines Konzerts

eine Labubu-Puppe entgegenstreckt,
stellt die Sängerin klar:

Süss oder seltsam - über Geschmack
lässt sich bekanntlich streiten.

Fakt ist aber, dass die Labubus
wahnsinnig erfolgreich sind

und das liegt nicht zuletzt

an einer clever
inszenierten Marketingstrategie.

Die Puppen werden
im sog. Blind-Box-Prinzip verkauft.

D.h.: Man weiss beim Kauf nicht,
welche Figur in der Box steckt,

lediglich die grobe Kategorie
ist bekannt.

Beim Blind-Box-Verkauf geht es für
viele Konsumentinnen und Konsumenten

viel mehr um das Erlebnis
als um das Produkt.

Man investiert in die Vorfreude -
und hofft auf eine grosse Belohnung.

In diesem Sinne
ähnelt es stark dem Glücksspiel.

Und das wiederum hat Suchtpotenzial,

wie sich auf Social Media
eindrücklich zeigt.

Eifrig werden die kleinen Figuren
ausgepackt und präsentiert:

Ihr dürft als Erstes gucken,
drei, zwei, eins.

Und es ist einfach pink geworden.

Ich glaube es nicht,
ich habe mich so gefreut.

Das sieht man ja gar nicht
an meiner Reaktion.

Während in der Schweiz der Verkauf
gerade erst anläuft, will China,

das Geburtsland der Labubu-Puppen,
inzwischen Massnahmen ergreifen:

Die Regierung
peilt strengere Regulierungen an,

um Blind-Box-Verkäufe
besser zu kontrollieren -

insbesondere, um Kinder
vor dem Suchtfaktor zu schützen.

Nächsten Mittwoch geht sie los,
die Fussball-Europameisterschaft.

Wer spielen wird,
das ist längst bekannt.

Jetzt weiss man allerdings auch,
wer die Hymne singen darf.

Das sind die Kurzmeldungen
von Chantal Mathys.

Beatrice Egli performt

an der Fussball-Europameisterschaft
der Frauen.

Die 37-Jährige wird an der
Eröffnungsfeier am 2. Juli in Basel

die Schweizer Nationalhymne singen.

Das gibt die Schlagersängerin
am Mittwoch auf Instagram bekannt.

Ich freue mich sehr
auf diesen Moment.

Und ich freue mich sehr
auf einen Powersommer für Frauen,

denn die Europameisterschaft
findet in der Schweiz statt.

Die Schwyzerin gehört
zu den gefragtesten Schlagerstars

im deutschsprachigen Raum.

Neben ihrer Musikkarriere ist Egli
auch Fernsehmoderatorin und Jurorin,

zuletzt 2021 bei der Castingshow
"Deutschland sucht den Superstar".

Das Format gewann sie selbst 2013.

Es war der Startschuss
einer erfolgreichen Karriere.

Lara Gut-Behrami zieht nach England.

Das gibt die Schweizer
Skirennfahrerin am Dienstagabend

bei einem Auftritt in Zürich
bekannt.

Der Grund dafür
ist ihr Ehemann Valon Behrami.

Der Ex-Natispieler
wird neu Sportdirektor

bei seinem ehemaligen Klub
FC Watford in London.

Solange Gut-Behrami
aber noch Skirennfahrerin ist,

wohnt das Paar mit den zwei Töchtern
weiterhin im italienischen Udine.

Lange dürfte das aber
nicht mehr der Fall sein.

Wie die Tessinerin
ebenfalls verkündet,

tritt sie nach Olympia 2026
in Italien zurück.

Was danach kommt, sei offen.
Familienplanung sei ein Thema.

Denis Villeneuve wird beim nächsten
James-Bond-Film Regie führen.

Das gibt die Filmproduktionsfirma
von Amazon am Mittwoch bekannt.

Damit übernimmt
einer der aktuell angesehensten

Blockbuster-Regisseure
Hollywoods die Rolle.

Zuletzt hatte der 57-jährige
die gelobten "Dune"-Filme gedreht.

Auch Filme wie "Sicario"
oder "Blade Runner 2049"

zählen zu seinem Filmrepertoire.

Für den Kanadier
geht damit ein Traum in Erfüllung,

wie er 2021
in einem US-Podcast offenbart:

Ich würde liebend gerne mal
einen James-Bond-Film drehen.

Es ist ein Charakter, den ich
wie alle seit meiner Kindheit kenne.

Wer hingegen in die Hauptrolle
des Geheimagenten schlüpft,

ist noch nicht bekannt.

Hingegen schon lange bekannt ist:
Es gibt an der Heim-Fussball-EM

ein Eröffnungsspiel
am Mittwoch in Basel.

Ab Sonntag kann man sich
schon einmal ins Thema einstimmen.

Und zwar dank der neuen SRF-Serie
"Kick It Like Trudi".

Ich habe nie kapiert,

dass ich eine Pionierin
des Damenfussballs bin.

Fussball bedeutete mir damals alles,
es war mein Leben.

Wir haben einfach das gemacht,
worauf wir Lust hatten.

Ich hätte mir damals vielleicht
etwas mehr Unterstützung gewünscht.

Dass ich Profifussballerin
sein kann.

Dass Frauenfussball
hier in der Schweiz sichtbar wird.

Nach 40 Jahren
wieder einmal ein Spiel.

Le dernier grand match.

Ich weiss nicht mehr,

wann ich das letzte Mal
Fussball gespielt habe.

Ich selbst bin schon etwas nervös.

Und ich freue mich sehr,

dass der Star der Serie
heute bei mir im Studio ist.

Trudi Streit, guten Abend.

Wir untertiteln in Echtzeit:

Guten Abend, Jenny.

Trudi, du sagst, ihr wolltet
einfach nur Fussball spielen,

als du mit deiner Schwester 1968

den Damenfussballclub Zürich
gegründet hast.

Darum behaupte ich:

Dir ist gar nicht bewusst, dass du
Pionierarbeit geleistet hast.

Das ist keine Behauptung, es war so.

Wir wollten einfach Fussball
spielen.

Wir fanden es wirklich cool.

Wir waren oft im Letzigrund, er habe
den FC Zürich zugeschaut.

Wir dachten, das können wir auch.

Was hat dir denn Fussball gegeben?

Ich mochte den Fussball lieber als
die Leichtathletik.

Ich konnte laufen, die waren aber
eine Mannschaft.

Das war speziell.

Alle wollten das gleiche.

Das war toll.

Du bist eine der ersten
Nationalspielerinnen gewesen in der

Schweiz.

Der Fussballverband hat euch
überhaupt nicht ernst genommen.

Er wurde nicht bezahlt.

Ihr musset auch die Trikots
gestalten.

Beim ersten Länderspiel war das so.

Ich war ein junges Mädchen.

Ich habe mich fast etwas geschämt
für die Trikots,

die wir erhalten haben.

Wir spielten zu Hause, haben gelbe
Trikots erhalten, keine roten.

Manche haben ein Schweizer Kreuz
drauf genäht.

Es war ziemlich aussergewöhnlich.

Ihr habt viel Sexismus aushalten
müssen.

Das ist heute nicht viel anders.

Welche Erinnerung hast du?

Ich habe es nicht in der Schule
gesagt.

Dort meine besten Freunde haben es
gewusst,

dass sich Fussball spiele.

Sexismus habe ich einmal richtig
erlebt.

Jemand hat gesagt,

er finde es cool, dass der Busen auf
und ab geht.

Ich war als junges Mädchen
geschockt.

Das war das einzige, an das ich mich
erinnere.

Es ist hilfreich, wenn man ein Team
ist.

Ja, wir konnten das besprechen.

Die Heim-EM steht an.

Ein absolutes Highlight im
Frauenfussball in unserem Land.

Du verfolgst die Mannschaft auch.

Ich sehe das an deinen Nägeln.

Ich habe da ein Schweizer Kreuz.

Was bedeutet das, dass das Turnier
in der Schweiz stattfindet?

Als ich gesehen habe, dass es
geklappt hat,

bekam ich etwas Herzklopfen.

Ich bin nicht sehr emotional.

Aber das hat mich sehr berührt.

Es ist wirklich sehr toll.

Dass es in der Schweiz stattfindet.

Die Leute geben sich auf einmal
darum.

Sie finde, die Frauen sollen auch
spielen.

Ich gehe in den Letzigrund.

Dort werde ich Spiele schauen.

Ich glaube, England gegen ...

Ich weiss es nicht.

Ich weiss es auch nicht auswendig.

Im zweiten Spiel spielt die Schweiz
gegen Norwegen.

Dort bin ich dabei.

Wie fühlt es sich an, wenn du unser
Team siehst und weisst,

dass du mit deiner Generation den
Grundstein gelegt hast?

Das kann man nicht vergleichen mit
uns.

Ich hätte keine Chance in diesem
Team.

Das ist natürlich klar.

Die meisten Spielerinnen haben
bereits mit 5-7 Jahren begonnen.

Ich habe mit 14 begonnen.

Das Niveau kann man nicht
vergleichen.

Dass sie ernst genommen werden,

dass sie grosse Karriere gemacht
haben,

das ist sehr bemerkenswert.

Man sieht eine grosse Entwicklung.

Die EM steht für die Schweizerinnen
im Moment nicht unter einem sehr

guten Stern.

Sie ist überraschend nicht im
Schweizer EM-Kader: Ramona Bachmann.

Wenige Tage vor der Kaderbekanntgabe

riss sich die 153-fache
Nationalspielerin das Kreuzband.

Im EM-Kader
ist dafür Alisha Lehmann.

Der Social-Media-Star wird immer
wieder mit Kritik konfrontiert,

sie investiere mehr Zeit
in ihr Influencer-Dasein

als in den Fussball.

Hasskommentare gibt es auch für das
kürzlich stattgefundene Testspiel

gegen die Luzerner U15-Junioren,

welches das Schweizer Nationalteam
1:7 verlor.

Dieses Spiel gegen die Junioren des
FC Luzern

habe für mediale Aufrufe gesorgt.

Das ist deine Meinung?

Ich muss sagen,

das sage ich aus Erfahrung,

dass eine Frau und ein Mann gewisse
Unterschiede haben.

V.a. im jugendlichen Alter bis zwölf
Jahre

sind die Mädchen besser als die
Jungs.

Das weiss ich aus eigener Erfahrung.

Wir haben gegen die Jungs gespielt,
sie haben keine Chancen.

Aber dann wechselt das.

Ich finde es faszinierend,

wieso man es immer mit den Männern
vergleicht.

Frauenfussball ist eine eigene
Sportart.

Niemand würde Martina Hingis
vergleichen.

Das ist gar nicht möglich.

Das hat niemand gemacht.

Oder Lara Gut-Behrami mit Odermatt.

Beide machen etwas ähnliches.

Aber man vergleicht es nicht.

Aber im Fussball wird verglichen.

15 oder 16-jährige Jungs sind
ziemlich gross und kräftig.

Sie sind auch gute Fussballer.

Das kann man nicht vergleichen.

Eine Frau kann auch 100-mal
jonglieren.

Aber der Kampf ist einfach anders.

Die Männer sind physisch etwas
überlegen.

Was würdest du einer zehnjährigen
sagen,

die sich nicht wirklich getraut,
Fussball zu spielen,

weil sie denkt, es sei etwas für die
Jungs?

Das ist heute nicht mehr so.

Das kann ich von meinen Enkeln
sagen.

Sie haben überhaupt keine Probleme
gehabt.

Es ist ganz anders als zu meiner
Zeit.

Eine Zehnjährige soll auf jeden Fall
Fussball spielen.

Heute haben Sie die Möglichkeit,

wenn es nicht eigene Frauenteams
gibt, bei den Junioren mitzuspielen.

Bis zur Stufe D.

Das finde ich grossartig.

Man soll gehen, wenn man Freude
daran hat.

Trudi, es war mir eine Ehre.

Vielen Dank für alles, was du
geleistet hast.

Dich sieht man auf jeden Fall in
der SRF-Serie "Kick It Like Trudi".

Die fünfteilige "DOK"-Serie
gibt es ab Sonntag um 20.05 Uhr

auf diesem Sender
und schon jetzt auf Play SRF.

Vielen Dank für den Besuch.

Ja, liebe Zuschauende,
morgen wird die allerletzte Sendung

"Gesichter & Geschichten"
aus diesem Studio ausgestrahlt.

Meine Moderationskollegen und ich
werden zusammen moderieren.

Und es gibt ein Wiedersehen
mit prominenten Gesichtern,

die uns vermissen werden:

"G&G" begleitet mich, seit ich im
Schweizer Fernsehen entdeckt wurde.

Ich war ungläubig und entsetzt.
So was kann man nicht absetzen.

Ich weiss nicht, wie es weitergeht.

Ja, das bedeutet aber auch,

dass dies meine letzte
reguläre Sendung ist.

Und darum zum Schluss
von mir noch das:

Danke für Ihre Treue
in all diesen Jahren,

für Ihre Liebe und Neugier

und selbstverständlich
auch für Ihre Kritik.

Es war meinem Team und mir
wirklich eine grosse Ehre,

mit "Gesichter & Geschichten"
Teil Ihrer Welt gewesen zu sein.

Ich hoffe, wir sehen uns wieder -
irgendwann, irgendwo.

Mich würde es freuen,
auf Wiedersehen!

SWISS TXT / Accessibility Services
Philipp Schlatter