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Mit Live-Untertiteln von SWISS TXT
Ganz herzlich willkommen,hier
bei "Gesichter und Geschichten".
Schön, dass Sie bei uns sind.
Heute haben wir einen Mann
mit vielen Gesichtern
und viele Männer
mit dem gleichen Gesicht.
Es ist tatsächlich
auch schon vorgekommen,
dass ich mit Sportmoderator
Lukas Studer verwechselt wurde.
Na ja, das sieht man selbst
ja meistens nicht unbedingt.
In den USA gibt es
sogar Doppelgänger-Wettbewerbe.
Dort werden Leute gesucht,
die aussehen wie die grosse Stars,
gerade letztes Wochenende wieder -
in New York.
Sein Name ist George Countas
und er sieht ihm zum
verwechseln ähnlich:
Pedro Pascal,
dhilenischer Hollywoodschauspieler,
bekannt aus Filmen
wie "Gladiator 2"
oder TV-Serien wie "The Last of Us".
30 andere Möchtegern-Pedros
hat der Fernsehlichtdesigner
letzten Sonntag
bei einem Wettbewerb ausgestochen.
Sein Siegerpreis: 50 $,
ein Jahr lang gratis Burritos
und ein Auftritt
in einer US-Talkshow.
Macht es Ihnen das Spass
oder finden Sie es auch nervig?
Ich bin eine sehr private Person.
Ich war nicht mehr auf Social Media
seit sieben Jahren.
Ich will ein Vorbild
für meine Töchter sein.
Ich bleibe lieber im Hintergrund,
und das schon seit Langem.
Es stört mich nicht,
hier mal im Rampenlicht zu stehen.
Ich geniesse es
und habe Spass daran.
Begonnen hat der Hype um
Doppelgänger-Suchveranstaltungen
letzten Oktober,
als eine Timothee-Chalamet-Kopie
gesucht ... und gefunden wurde.
Höhepunkt der damaligen Aktion war
jedoch der überraschende Auftritt
des waschechten Originals.
Der junge Schauspieler mischte sich
unter seine Möchtegerns
und sorgte für noch mehr,
aber höchst willkommene Verwirrung.
Es blieb bei diesem einzigen Mal,
dass sich das Original an seinem
Doppelgänger-Event blicken liess.
Und solche gab es
in den letzten Monaten einige,
stets mit mehr oder minder
ähnlichen Gesichtszwillingen:
One-Direction-Sänger Harry Styles,
Band-Kollege Zayn Malik,
die Schauspieler
Jeremy Allen White,
Dev Patel,
und Paul Mescal
oder Jason Kelce, Footballstar
und Bruder
von Taylor-Swift-Freund Travis.
Vor bereits zehn Jahren machte sich
der britische Fernsehsender BBC
einen Spass daraus, Sängerin Adele
mit Gesichtsprotesen
als Adele-Imitatorin
an ein Gesangscasting zu schicken.
Als Jenny mischte sich der Superstar
unter die
nichts ahnenden Konkurrentinnen.
Erst als diese ihre Stimme hörten,
wussten sie,
dass sie ihrem Idol
auf den Leim gekrochen sind.
Das Wechselspiel
mit den Idolen funktioniert.
Es ist wohl nur eine Frage der Zeit,
bis der nächste Showstar
sein fast adäquates Pendant findet.
"Endlich doch noch", das
denkt sich wohl der Hollywoodstar
in den Kurznachrichten des Tages.
Und die hat heute Chiara Parodi
für Sie zusammengestellt.
Tom Cruise erhält einen Ehren-Oscar.
Nach vier Nominierungen und über
vier Jahrzehnten im Filmgeschäft
wird der 62-Jährige endlich mit
einem Goldmännchen ausgezeichnet.
Cruise wird für
seine aussergewöhnliche Karriere
sowie sein langjähriges Engagement
für die Filmbranche geehrt.
Auch Country-Ikone Dolly Parton
erhält einen Ehrenpreis.
Sie soll mit dem Jean Hersholt
Humanitarian Award bedacht werden,
eine Auszeichnung
für Persönlichkeiten,
die sich in besonderem Masse für
humanitäre Anliegen stark machen.
Die Verleihung des Ehren-Oscars
findet am 16. November
im Rahmen der 16. Governors Awards
statt.
Mit einem feierlichen Auftritt
eröffneten König Charles III.
und Königin Camilla
das traditionsreiche Royal Ascot.
Das berühmte Pferderennen zählt
zu den prestigeträchtigsten Events
der britischen High Society.
Das Royal Ascot gehörte
zu den Lieblingsereignissen
von Queen Elizabeth II.
und wird seit 1768 veranstaltet.
Das mehrtägige Pferderennen
findet jedes Jahr Mitte Juni statt
und ist seit jeher für
seine glamouröse Atmosphäre bekannt.
Die Grossmutter von Sängerin
Ariana Grande, Marjorie Grande,
ist mit 99 Jahren verstorben.
In ihrer Instagram-Story
teilte die 31-Jährige ihre Trauer.
Marjorie Grande, auch Nonna genannt,
spielte eine zentrale Rolle
im Leben der Sängerin.
Ein Zeichen ihrer besonderen
Verbundenheit
ist die Aufnahme
der Stimme ihrer Grossmutter.
... it was like seeing daylight ...
Diese verewigte Ariana
auf ihrem Album "Eternal Sunshine".
Zuletzt mietete Ariana Grande
ein ganzes Kino,
um gemeinsam mit ihrer Nonna
den Film "Wicked" zu sehen,
in dem sie selbst
die Hauptrolle spielt.
Wenn sie die Haustüre öffnen,
treten sie
in ein anderes Leben ein.
Fünf bekannte Frauen mit Wurzeln
im Balkan haben sich getroffen
und genau darüber gesprochen.
Über das Leben als Secondas, über
Tradition, Familie und wie es ist,
wenn man gleichzeitig in zwei Welten
zu Hause ist. Wir waren mit dabei:
Im Kaufleuten in Zürich gehen sie
ihrer Seconda-Story auf den Grund:
Gastgeberin Elif Erisik,
Autorin Shqipe Sylejmani,
Moderatorin Gülsha Adilji,
Musikerin Arjeta Zuta
sowie TikTok-Star
und Künstlerin Duff.
Sie alle haben Wurzeln im Balkan.
Für mich sind meine Wurzeln
mein Charakter, meine Inspiration.
Ohne Wurzeln
keine Flügel, keine Zukunft.
Ich sehe mich wie ein Baum,
der die Wurzeln
tief verankert im Kosovo hat.
Der Stamm entwickelt sich
dann in der Schweiz.
Die Krone und Äste
gehen in die ganze Welt hinaus.
Trotz unterschiedlicher
Geschichten und Erfahrungen,
verbindet die Frauen
etwas ganz Besonders.
Wir wollen alle etwas erzählen
und zwar das, was viele Balkan-
Frauen noch nie erzählt haben:
Diese Parallelwelt,
in der wir leben.
Dass man, wenn man die Haustür
aufmacht, in ein anderes Leben geht.
Und wenn man nach Hause kommt,
wieder einen anderen Hut aufsetzt.
Egal, wie unterschiedlich
unsere Geschichten sind,
schweisst das zusammen.
Den kulturellen Kontrast bekamen sie
besonders in der Kindheit
immer wieder zu spüren.
Dann bist du in der Schule
und musst verheimlichen,
was dir als Znüni mitgegeben wurde.
- Was hattest du?
Immer etwas mit zu viel Zucker.
- Ja!
In Alufolie gepackt.
(alle) Ja, ja.
In der Kindheit
in meiner Kernfamilie
und bei meinen Verwandten
eine Balkan-Gülsha sein musste.
Die Schweizer-Gülsha
musste ich sein,
wenn ich in der Schule war
oder auch während der Lehre.
Als ich in der Apotheke
die Leute bedient habe,
habe ich im lupenreinen
St.-Galler-Deutsch Aspirin verkauft.
Es war ein ganz anderes Leben.
Wir kamen nach der Schule nach Hause
und versuchten,
unsere Verwandten
telefonisch zu erreichen,
die gerade im Krieg waren,
während meine Schulkameraden
ihre Hausaufgaben machten.
Ihre Migrationsgeschichte hat die
fünf Frauen auch stärker gemacht.
Durch unsere Erfahrungen
zwischen beiden Kulturen,
wo wir es allen
Recht machen mussten,
ob zu Hause oder in der Schule,
haben wir gelernt,
ein Chamäleon zu sein
und uns immer anzupassen.
Wir sind aus der ganzen Erfahrung
stärker geworden.
Als Seconda bewegt man sich
in zwei Welten, auch kulinarisch.
Kebab oder Fondue?
Kebab. Aber ich bin übermorgen
im Garten einer Kollegin
zum Fondue verabredet.
Ich bin beides.
Veganes Fondue.
Wisst ihr was? Schon beides.
Fondue ist unter meinen
Top 3 der Lieblingsessen.
Und Kebab ist
einmal in der Woche ein Muss.
Für mich ist ein Jahr ohne Fondue
ein verlorenes Jahr.
Aber ein Sonntag ohne einen Kebab
ist eine verlorene Woche.
Deshalb braucht es beides.
Es muss beides Platz haben,
sonst funktionieren wir nicht.
Und genau das wird deutlich:
Ob Käsefondue oder Kebab,
Schweiz oder Balkan -
hier hat beides Platz.
Und der Mann, den ich gleich hier
bei mir im Studio haben werde,
ist ein Tausendsassa,
wie man so schön sagt: Carlos Leal.
Eine Menge neuer Projekte
hat er am Start
und eine Menge hat er in seiner
Karriere schon gemacht. Was genau?
Das zeigt Ihnen Anna Uebelhart:
Geboren als Sohn spanischer
Einwanderer in Renens bei Lausanne,
startet Carlos Leal in den
90er-Jahren mit Sens Unik durch.
Die Hip-Hop-Gruppe sichert sich
mehrere goldene Schallplatten.
Ab 2005 tauscht Leal
das Mikro gegen die Kamera.
Als Schauspieler
ist er u.a. in "der Bestatter",
aber auch in US-Blockbustern wie
dem Bond-Streifen "Casino Royale"
oder an der Seite von Mark Wahlberg
in "Father Stu" zu sehen.
2010 zieht Leal mit seiner Familie
nach Los Angeles.
Während der Coronapandemie
widmet er sich der Fotografie,
hält die weniger glamourösen Seiten
Hollywoods bildlich fest.
Seine Werke stellt Leal
aktuell an der photo basel aus.
Neben der Fotografie und dem
Schauspiel kehrt er diesen Sommer
mit Sens Unik für sieben Reunion-
Konzerte auf die Bühne zurück.
Und jetzt ist er hier,
herzlich willkommen.
Carlos, du bist Musiker,
Schauspieler und eben auch Fotograf
und jetzt bringst du sogar ein Buch
über deine Fotografie heraus.
Ich behaupte aber:
Eigentlich trauerst du immer noch
deiner verpassten Karriere
als Tennisspieler nach.
Wir untertiteln in Echtzeit:
Ja, das stimmt.
Aber für meine Eltern war das zu
teuer,
in den 80er-Jahren.
Lange in meinem nächsten Leben
bin ich der nächste Roger Federer.
Mit meinem Sohn spiele ich ein
bisschen.
Deine Bilder zeigen
nicht den Glamour von Hollywood,
sondern Armut,
Einsamkeit und das echte Leben.
Du hast während der Pandemie
mit dem Fotografieren begonnen,
als die Stadt leer war.
Was hat dich beim Fotografieren
am meisten schockiert
oder persönlich getroffen?
Du hast es gesagt: die Armut.
Die Armut in dem grossartigen Land
der Welt.
Amerika ist sehr gut für gute
Propaganda
über Amerika selber,
Aber manchmal ist es wichtig, die
andere weiter zu sehen.
--Seite
wenn ich auf der Strasse
fotografiere,
wichtig für mich,
sozialen Inhalt zu zeigen.
Ich bin ein Geschichtenerzähler,
ich war auch Rapper.
Du bist seit Jahren Schauspieler,
jetzt auch Fotograf.
Was gibt dir die Fotografie,
was dir Musik oder Schauspielerei
nie geben konnten?
Das ist eine interessante Frage.
Als ich Rapper war,
hatte ich die Möglichkeit, meine
Meinung zu sagen.
Meine Vision der Welt.
Gott als Schauspieler war es nicht
mehr meine Vision,
sondern das Drehbuch oder der
Regisseur.
Als die Pandemie kam,
wollte ich kreativ sein.
Ich habe eine Kamera gekauft.
Dann habe ich angefangen,
nur ästhetische Sachen zu
fotografieren.
Dann habe ich die Realität in Los
Angeles gesehen.
Das war meine Verantwortung,
diese Seite von Los Angeles zu
zeigen.
Zu zeigen, dass es nicht nur Glamour
gibt.
Glamour ist nicht so wichtig für
mich.
Es ist cool und interessant, wenn
man Schauspieler oder Musiker ist.
Aber ich bin zuerst einmal ein
Mensch auf dieser Welt.
Glamour ist manchmal nebensächlich.
Du bist mit Sens Unik
schweizweit bekannt geworden
in den 90ern
mit Songs wie diesen.
Rapmusik.
* Hip-Hop Musik *
Im Sommer spielt ihr mit Sens Unik
sieben Reunion-Konzerte -
nach 15 Jahren steht ihr
wieder gemeinsam auf der Bühne.
Was hat dich überzeugt
nach so langer Zeit
wieder mit der Band aufzutreten,
obwohl du solche Reunions
eigentlich schrecklich findest?
Wir möchten keine neuen coolen Kids
sein,
wir sind old school.
Aber es ist wichtig, eine andere
Geschichte zu erzählen.
Es geht um den Hip-Hop in der
Schweiz,
wir standen ganz am Anfang.
Wir waren ganz am Start der
Entwicklung.
Wenn wir heute Konzerte spielen,
geht es nicht nur darum, die Hits zu
singen,
sondern darum, eine Geschichte zu
erzählen.
Es gibt eine rote Linie bei unseren
Konzerten,
wir erzählen eine Geschichte.
Wenn man Voralpen Generation hört,
hält man diese Geschichte.
Die Jungen kennen die Geschichte von
Hip-Hop in der Schweiz nicht.
Kennst du die Texte noch?
Ich hatte die schnell wieder im
Kopf.
Vor 15 Jahren bist du
nach Los Angeles gezogen,
hast dort mit deiner Familie gelebt.
Im Herbst ziehst du nun
endgültig aus den USA weg.
Was war der Moment,
in dem du gespürt hast:
Ich passe nicht mehr hierher?
Es gab verschiedene Momente.
Die Indianer in Amerika waren immer
die bösen,
als ich klein war.
Als Jugendlicher waren es die Leute
im Vietnam.
Später waren es die Iraker und die
Araber, die bösen.
Jetzt bin ich es leid,
diese Lügen zu hören.
Okay für mich als Schauspieler
in Hollywood zu arbeiten,
arbeitet nicht mehr okay für mich,
die Ideologie zu unterstützen,
und diese Propaganda zu machen.
Die Welt ist heute sehr kompliziert.
Du musst ein bisschen Distanz
gewinnen,
und vorsichtig sein mit der
Hollywood-Propaganda.
Ich bin Europäer, aus Spanien und
Frankreich und aus der Schweiz.
Wenn ich hierher zurück, nach
Zürich, bin ich zufrieden.
Übrigens suche ich eine Wohnung.
Sie können mehr schreiben.
Carlos, danke vielmals, dass du
heute bei uns im Studio warst.
Sie können dich melden, falls eine
Wohnung für Carlos Leal haben
vielen Dank auch an euch.
Und: Die Bilder von Carlos Leal
sind noch bis am 22. Juni an der
photo basel im Volkshaus zu sehen.
Und das war's von "Gesichter
und Geschichten" für heute,
jetzt geht's weiter
mit "Schweiz aktuell".
Vielen Dank,
dass Sie mit dabei waren -
und einen wunderschönen Abend
weiterhin. Adieu miteinander.
SWISS TXT / Accessibility Services
Myriam Bösch